Das Goldfeuerchen im Wareswald

Im Wareswald sah man in früherer Zeit oft ein seltsames kleines Feuer brennen. Als einmal ein Mann aus Oberthal mit Namen Peter Müller auf dem Heimwege von Tholey nachts durch den Wareswald ging, war ihm die Tabakspfeife ausgegangen. Zunder und Feuerstein, womit er sich hätte Feuer schlagen können, hatte er nicht bei sich. Da sah er das geheimnisvolle Feuerchen brennen. Er ging hin, nahm ein Stück Kohlenglut heraus und legte es auf die gestopfte Pfeife. Aber die Pfeife wollte nicht anbrennen, wenn er auch noch so kräftige Züge tat. Verdrießlich steckte er die Pfeife in die Tasche. Als er zu Hause angekommen war und sie nochmals anzünden wollte, fand er darin statt des Kohlenstückes einen Dukaten. In der Nacht konnte er kein Auge zumachen, und aus Habgier machte er sich schon vor Tageslicht auf und ging eiligst zu der Stelle, wo das Gold geglüht hatte. Mit seinem Stock rührte er in der Asche und entdeckte darin mehrere Dukatenstücke. Als er sie greifen wollte, verschwanden sie plötzlich vor seinen Augen.