|
Dr. Hasler - Dr. Hasler-Hepp Tholey Was ist Glück? Immer wieder können wir Menschen beobachten, die in bescheidenen Verhältnissen ausgesprochen glücklich sind. Von anderen, so genannten "Erfolgreichen Menschen", hört man dann der Kommentar: "So (schlicht) könnte ich nicht leben!"
"Glück ist machbar", lautet ein Werbeslogan einer großen Spielbank. Philosophen und Psychologen stimmen dem weitgehend zu. Sie bezweifeln allerdings, dass gerade Glücksspiel viel Glück verheißt. Was ist überhaupt Glück? Der Römer Lucius Annaeus Seneca wusste manches dazu zu sagen, was zum Glücklichsein unentbehrlich ist. Er schreibt in "De vita beata" (Vom glücklichen Leben), glücklich sei, wer die angenehmen Dinge des Lebens zu schätzen wisse, ohne sein Herz an sie zu hängen, und wer eine gute Einstellung zur Realität finde. Solche Einsichten und Erfahrungen eines klugen Mannes können heute durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt werden. Glückskinder sind keine Traumtänzer, im Gegenteil, glückliche Menschen sind Realisten, die ihre Ziele und Möglichkeiten sehr realistisch einschätzen können. Weitere Kennzeichen von glücklichen Menschen sind: Sie investieren viel Zeit und Energie in soziale Beziehungen, sind oft extrovertiert, optimistisch und haben ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl. Experimente haben gezeigt: die Fähigkeit zum Glück wird nicht vererbt, sie kann gelernt werden. Glückliche Menschen finden und stiften in ihrem Leben viele kleinere Anlässe, sich wohl zu fühlen und sich zu freuen - und dies tun sie kontinuierlich. Wer sich dagegen zu sehr auf die wenigen "Großereignisse" des Glücks konzentriert, unter Vernachlässigung der Glücksmomente des Alltags - dessen Glücksbilanz schließt häufig negativ ab. Ein Befund der Psychologie ist auch, dass glückliche Menschen sich selbst als Urheber des ihnen widerfahrenen Guten sehen. Mit anderen Worten: Glück kann nur dann wirklich genossen werden, wenn man es selbst herbeigeführt hat. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der Glückspsychologie, dass ein "unverdientes", blindes Glück - etwa ein großer Lottogewinn - nur relativ kurz in Hochstimmung versetzt. Schon wenige Wochen nach dem Treffer, spätestens nach einem Jahr, ist der Gewinner aufs normale Niveau des subjektiven Wohlbefindens zurückgefallen. Umgekehrt können Menschen auch dann glücklich sein, wenn ihnen ein großes Unglück zugestoßen ist. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass selbst bei bleibenden Unfallschädigungen das Glücksempfinden nach einem Jahr wieder auf das durchschnittliche Niveau stieg. Glücklichsein hängt auch mit dem zusammen, was oft Lebenskunst genannt wird. Ein essentielles Element der Lebenskunst ist Gelassenheit - nicht immer nur Machen und Bewusst machen, sondern auch das Lassen, das stille Genießen, das Zurechtkommen damit, dass ich nicht über alles beliebig verfügen kann und manches auch einfach hinnehmen muss".
|
|