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Haarausfall ist ein häufiges und leider oft ein fruchtloses Thema.

Heute: Haarausfall bei Männern - neue Ergebnisse

Vor ca. einem halben Jahr habe ich noch die bisher geltende Meinung vertreten:

"Männer die schon in jungen Jahren mit Stirnglatze auftreten, hätten einen erhöhten Testosteron-Spiegel, darum der Haarausfall. Vorteil: der hohe Testosteron-Spiegel und damit auch die nicht unvorteilhafte hohe männliche Leistungsfähigkeit werde an der typischen (mangelhaften) Haartracht angezeigt."

Dieses bislang gültige Modell ist falsch und zeigt, wie leicht Mann/Frau/Wissenschaftler aus unvollständigen Wissen ein falsches Modell aufbaut. Richtig ist nach neuesten Erkenntnissen:

"Die Testosteronspiegel sind bei beiden Gruppen gleich hoch. Bei Männern mit stark gelichtetem Haupt besteht eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem Testosteron. Dies führt dann zum dem bekannten lichten Stirnbild."

Diskussion der beiden Denkmodelle aus der Sicht des Hausarztes:
Das tückische an diesem neuen Denkmodell gegenüber dem vorgehenden Denkmodell ist: es hat sich nur eine winzige Stelle geändert. Die beteiligten Substrate sind die gleichen geblieben, es hat sich lediglich die Kasuistik (= Ursächlichkeit) geändert.
Man fragt sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig, was wir überhaupt wissen. Wann haben wir ein biologisches natürliches Modell in seinen wesentlichen Grundzügen verstanden? Es gibt ja keine Instanz wie in der Schule, die dem Wissenschaftler sagt: jetzt hast du 90 oder 100 Prozent beziehungsweise Punkte erreicht.
Andererseits benötigt man hilfsweise immer wieder Modelle, auch wenn sie mangelhaft sind, um sich dem Ziel des vollständig korrekten Modells nähern zu können.
Die Forderung, die sich daraus für Wissenschaftler und in diesem Fall für Ärzte ergibt, heißt: jeder muss 1.) um die Begrenztheit der Modelle wissen und sie immer wieder kritisch hinterfragen, 2.) neue Erkenntnisse müssen nach genügender Sicherung in den Alltag umgesetzt werden.
 
Dies ist nicht leicht durchzusetzen, da das Beharrungsvermögen fast aller Menschen größer ist als der Wunsch nach Umdenken und Änderung, auch wenn die Änderung wohlbegründet ist.

Um zu den Haaren zurückzukommen: für die Behandlung kann das in speziellen Fällen heißen, dass östrogenhaltige Salben eine Besserung bringen können. Dies weiß man bereits seit längerer Zeit.

Gefahrlos anwenden können dies fraglos Frauen, die den männlichen Typ des Haarausfalls bei bestimmten hormonellen Erkrankungen der Eierstöcke bekommen können.
Haarausfall kann natürlich auch viele andere Ursachen haben:
  • Am häufigsten findet man den diffusen Haarausfall bei Schilddrüsen-UNTER-Funktion (= Hypothyreose),

  • dann bei Erkrankungen der Kopfhaut,

  • kreisrunder Haarausfall (= Alopezia Areata) deren Ursache auch heute meistens nicht herausgefunden werden kann,

  • und dann natürlich bei einem zu fleißigen Friseur ;-)))

  • Örtliche chemische Ursachen sind gar nicht so selten:

  • öfters kommt es nach einer zu strammen Dauerwelle oder

  • Haarfärbung durch direkte Schädigung des Haarfollikel

  • oder Allergie zu länger anhaltendem Haarausfall.

Jedem bekannt ist natürlich der Haarausfall nach Bestrahlung des Kopfes oder Chemotherapie.
Damit sind wohl die häufigsten Ursachen genannt.

Haben Sie noch Fragen dazu?

Aber lassen Sie sich darüber jetzt keine grauen Haare wachsen.