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Marrakesch, Djemaa el Fna

Dr. Hasler - Dr. Hasler-Hepp

Tholey

 

Marokko
 
Marokko hat mich sehr stark mit seinem bewußten Traditionalismus beeindruckt. Bewährte alte Handwerkstechniken werden in vielen Städten erhalten und nicht durch neuzeitliche Maschinen ersetzt. Dies hat einerseits zur Folge, daß die die Beschäftigungslosigkeit nicht so hoch ist, andererseits sind die Arbeitsbedingungen zum Teil recht hart und archaisch. In Fes oder Marrakesch haben Sie die Chance, in das Mittelalter abzutauchen. Eindrucksvoll sind auch längere Wüstentouren im Jeep mit Übernachtung in wenig komfortablen naturnahen Oasen. Hier mehr als in vielen anderen Ländern sollte man auf angemessene Kleidung und landesübliches Verhalten achten. Die Marokkaner sind sehr stolz und religiös.

 

Hier noch einige Informationen zu den beiden imposantesten Städten Fes und Marrakesch.
 
Fes:

Die älteste der vier Königsstädte (ca. 1.051.000 Einwohner mit Trabantenstädten und Umgebung) ist neben Marrakesch sicher die interessanteste Stadt Marokkos. Sie ist das geistige Zentrum des Landes und Sitz der neben der Azhar-Universität in Kairo ältesten islamischen Universität, der Karaouyine. Seit 1976 steht sie unter dem Schutz der UNESCO als erhaltenswerte Stadt, und es wird nach und nach versucht, Teile von ihr zu restaurieren. Fes besteht aus 3 Teilen: dem ältesten Stadtteil, Fes-el-Bali ("das alte Fes"), dann dem von den Meriniden gegründeten Fes-el-Djedid ("das neue Fes") und schließlich dem Dar Debibegh, der Ville Nouvelle, von den Franzosen während der Protektoratszeit gegründet und nun eigentliche Neustadt. Fes-el-Bali, die Altstadt aus dem 9. Jh. mit ihrem Gäßchengewirr, in dem man sich ohne Führer kaum zurechtfindet, beherbergt die Souks, und in ihr liegen fast alle historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Marrakesch:

Djemaa el Fna-Platz "Platz der Geköpften" ist zweifellos die Attraktion der Stadt. Am späten Nachmittag wird dieser Platz von den Darbietungen der Akrobaten, Tänzer, Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler und Musikanten beherrscht. Der Platz wird von allerlei exotischen Ständen gesäumt. An dem einen Stand werden getrocknete Echsen, Kröten, Pfoten, Häute und die verschiedensten undefinierbaren Gebräue verkauft, sie sind Wundermittel gegen alles, angefangen von der Unfruchtbarkeit der Frauen bis zum Zipperlein eines alten Mannes. Am nächsten duftet es nach Rosenwasser und allerlei Salben und Wässerchen. Durch dieses Gewirr von Menschen tönt das Glockengeläut der Wasserverkäufer, die das Bild des Platzes prägen. Abends brodelt und kocht der Platz.

Die Souks von Marrakesch sind die größten des Landes. Hier finden Sie Töpfersouks, Textilsouks, die Kupferschmiede, die Wollfärber, die Holzschnitzer, die Eisenschmiede, den Ledermarkt, den Schmuck- und Teppichmarkt. Beim Rahba-Kedima-Platz befand sich der alte Sklavenmarkt, auf dem jahrhundertelang schwarze Sklaven versteigert wurden. Jetzt haben sich hier die Gewürzhändler und Quacksalber niedergelassen.

Das eigentliche Gerberviertel liegt am nördlichen Stadtrand am Bab Debbarh. Gegerbt wird Rind-, Kamel- und Ziegen-, Schaf- und Ziegenleder. Bisher hatte ich an Farben, Gerüchen, Arbeitsbedingungen, Vermischung von Menschen mit zottigen Eseln, die stinkende als auch gefärbte Felle und Häute transportieren keine stärkeren Eindrücke gesammelt. So stelle ich mir das Treiben im Mittelalter vor. Wie es wirklich war, kann heute sicher keiner mehr sagen.