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Saarbrücker Zeitung vom 29. April 1957 Der Letzte, der im Tholeyer Gefängnis gesessen hat Montag, den 29. April 1957 Zwanzigjähriges Mädchen in Dirmingen ermordet Schwarzer "Weißer Sonntag" für die Gemeinde Dirmingen |
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Brunhilde
M e y e r. geboren am 7. Juni 1937, wurde am Nachmittag des
vergangenen Samstags unweit ihres Elternhauses in Dirmingen
von einem noch unbekannten Täter ermordet. Nach einer
f Das auffallend hübsche, großgewachsene Mädchen, das ich im Dorfe eines guten Rufes erfreute, war - wie - üblich - am Samstag-morgen zu Ihrer Arbeitsstelle, in einer Baumschule gegangen und hatte auch dort Ihre Arbeit aufgenommen. Dort soll sie von 13.00 Uhr an allein gearbeitet haben und sollte gegen 17.00 Uhr nach Hause zurückkehren. Als sie aber mit, Einbruch der Dunkelheit noch nicht wieder heimgekehrt war, wurde eine allgemeine Suchaktion eingeleitet, an der sich die ganze Dorfgemeinschaft beteiligte. Unter Ihnen auch der Vater Brunhildes, seines -Zeichens Polizeimeister. Die Freiwillige Feuerwehr setzte Lautsprecher ein, aber die Suche verlief bis in die frühen Morgenstunden ergebnislos. Gegen 7.30 Uhr früh wurde das Mädchen dann gefunden. Die Kleider der Unglücklichen lagen etwa 200 Meter vom Tatort, an einem Haupt,weg, während die nackte Leiche mit Würgemerkmalen in einem dichten Unterholz aufgefunden wurde. Inzwischen haben die Ermittlungen der Landeskriminalpolizei - Mordkommission - eingesetzt, die zur Zeit noch andauern. Die furchtbare Tat hat in der ruhigen Gemeinde begreifliche Erregung ausgelöst. Brunhilde |
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Meyer entstammt geordneten und guten Verhältnissen, genoßeinen guten Ruf in der Gemeinde und ging einer geordneten Arbeit nach. Die Tat selbst geschah nicht allzuweit vorn elterlichen Haus, in dem Brunhilde als eines von sechs Kindern eines angesehenen Polizeibeamten mit ihren Eltern lebte. Das scheußliche Verbrechen wurde nach Ansicht des Arztes etwa gegen 17 Uhr verübt, also am hellen Tage. Der Tatort selbstliegt etwa 80 Meter von einem vielbegangenen Feldweg, und nur etwa 20 Meter von einem dort abzweigenden Pfad, im Unterholz.. Die Kleider hat der Täter auf dem vorgenannten Feldweg abgelegt, und zwar vermutlich aus Verdunkelungsgründen.
Die Beamten der Mordkommission, die unter der Leitung von Kriminalrat Lamy schon mehrere Gewaltverbrechen in kürzester Zeit aufgeklärt und den Täter überführt haben, arbeiten zur Zeit fieberhaft an den Ermittlungen, und die Bevölkerung von Dirmingen setzt ihr ganzes Vertrauen in die Erfahrung der Kriminalpolizei. Es war ein schwarzer "weißer" Sonntag für die Ge-meinde Dirmingen, und das scheußliche Verbrechen lag wie ein Schatten auf der Festtagsfreude. Um so mehr wünschen die Bürger der Gemeinde, daß der ruchlose Täter schnell seiner gerechten Strafe zugeführt werden wird. Die Kriminalpolizei hat übrigens bewährte und sichere Spürhunde eingesetzt. fy.-
Dieser schmale Pfad führt zu der Stelle Im Wald-dickicht (siehe Pfeil), an der die scheußliche Untat, der die nicht ganz 20jährige Brunhilde Meyer aus Dirmigen zum Opfer fiel, ausgeführt wurde. |
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Saarbrücker Zeitung vom 30. April 1957 Dienstag, den 30. April 1957
Dirminger Mörder bereits gefaßt
19jähriger aus Eppelborn der Täter - Nach der Tat das Kino besucht |
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D i r m i n g e n. Am Samstag, dem 27. April. wurde die 19jährige Brunhilde Meyer, die als Waldarbeiterin im Staatsforst bei Dirmingen bis 16.30 Uhr zu arbeiten hatte, von dem aufsichtsführenden Forstbeamten des Forstamts Lebach vermißt. Brunhilde Meyer sollte etwa um 17 Uhr, zu Hause sein. Der Forstaufseher hatte sie zum letzten Male bei der Auftragserteilung um 13.30 Uhr im sogenannten Pflanzgarten gesehen. Von der Mutter und, dem Bruder der Vermißten konnte die von letzterer mitgeführte Einkaufstasche, ihre Schürze, Jacke und ein Eimer am Straßenrand des Hierscheider Wegs - des Heimwegs des Mädchen - gefunden werden. Die am Samstagabend eingeleitete und mit Unterstützung der Feuerwehr und der Bevölkerung durchgeführte Suchaktion verlief erfolglos. Die am Sonntag, dem 28. April. wieder aufgenom-menen Suchmaßnahmen führten etwa um 7.30 Uhr zur Auffindung der Leiche der Vermißtem. Die Leiche war mit Ihren zerrissenen Kleidern zuge-deckt. Der Fundort befindet sich südlich der Wege-gabelung Dirmngen-Eppelborn und Dirmingen-Hierscheid, 25 Meter von der dort verlegten Gas-leitung Inmitten eines dichten. schwer zugänglichen Gestrüpps. Die von der Staatsanwaltschaft und der Mord-kommission des Landeskriminalamts Saarland unver-züglich aufgenommenen Ermittlungen führten |
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- nach Auswertung verschiedener Spuren im Laufe des Sonntags - am Montagvormittag zur Festnahme des Täters. Es handelt sich um einen 19jährigen jungen Mann aus Eppelborn, der seit dem 25. März 1957 aus eigenem Verschulden arbeitslos Ist. Er hatte während eines planlosen Spazierganges am frühen Samstagnach-mittag Im Pflanzgarten das Mädchen arbeiten sehen. Etwa gegen 17 Uhr begegnete er ihm nach weiteren Umherstreifen - auf dessen Heimweg an dem späteren Fundort Ihrer Tasche, bzw. Ihrer Jacke. Er sprang das Mädchen von hinten an und riß es seitlich In das Gebüsch am Wegerand. Dort entwendete er der am Boden Liegenden die Armbanduhr. Da er fürchtete, daß das Mädchen ihn erkannt hätte und Ihn anzeigen könnte, entschloß er sich, es umzubringen. Er zwang es, etwa 120 bis 150 Meter den einsam gelegenen, mit dichtem Gebüsch bewachsenen Berghang hinaufzugehen. Am späteren Fundort der Leiche sprang er das Mädchen an - offensichtlich für es überraschend - und riß es nieder. Er erwürgte es und verging sich an ihm. Nach der Tat begab er sich nach Dirmingen, besuchte das Kino und kehrte um Mitternacht nach Hause zurück.
Die Arbeiten der Kriminalpolizei wurden wesentlich durch die tatkräftige Mithilfe der örtlichen Gendarmerie, der Gemeindebehörden, der Feuerwehr und der Bevölkerung unterstützt. |
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