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Vorwort
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Viele Straßennamen in
Tholey erscheinen falsch oder eigenartig. Immer wieder werden
Adressen in der Spor-straße in
Sport-straße geändert, weil
niemand etwas mit Spor anfangen kann. Sport ist modern und in
jedermanns Munde. Also wird der Name flink verbessert und alles hat
wieder seine gewohnte Ordnung. Leider ist das falsch.
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Hinter Peter-Mönch-Weg
scheint schon etwas Sinnvolleres zu stecken, nur wer sagt mir das?
Am Schild steht es leider nicht - so wie in manchen anderen Orten.
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Da ich als Arzt oft
Hausbesuche mache und auf diesem Weg mit mit allen Straßennamen
konfrontiert werde, habe ich den Versuch unternommen, den Tholeyer
Straßennamen auf den Grund zu gehen. Dabei habe ich mich
bemüht, die Namens-Bedeutung so knapp wie möglich
darzustellen. Über die Scheichhauser Straße kann z.B. man
Bücher füllen. Wenn der Straßenname selbst nicht
viel hergibt, habe ich etwas von der Geschichte der Straße
einfließen lassen. Beispiele hierfür sind die St.
Wendeler und die Trierer Straße.
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Tholey hat in der
Vergangenheit das Glück gehabt, bei der Vergabe der
Straßennamen die eigene Ortsgeschichte einfließen zu
lassen. Im Historischen Museum Tholey
am Rathausplatz 6 (Postgebäude) fallen schon einige Namen wie
Olga Schwind, Albrecht Meydenbauer und Peter Mönch.
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Straßenverzeichnis
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Abteistraße
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Alsweilerstraße
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Die Alsweilerstraße
ist die Abkürzung zwischen der Dirminger
und der St. Wendeler Straße nach
Alsweiler. Vor der Gebietsreform 1974 hieß sie Gartenstraße.
Durch diese Reform mußte wegen eines doppelten Namen ein neuer
Name gefunden werden. Da die meisten Bewohner der Gartenstraße
enge familiäre Beziehungen zum Nachbarort Alsweiler hatten,
konnte man sich schnell auf den Namen Alsweilerstraße einigen.
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Am Schanzgraben
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Dies war der Weg vom und
zum Schanzen auf die Burg. Die Tholeyer Leibeigenen mußten als
Fronarbeit die Schanzarbeiten an der Burg
verrichten (siehe auch Abriß
der Geschichte von Tholey und der
Schaumberg-Region). Als kürzester Weg
zurück in den Ort galt der direkte Weg auf einer Art Rutsche.
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Am Schaumberg
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1585 war diese Straße
als "Die Hohl" bekannt. 1714 nannte man sie "bey der
Tholeyer Holen". Dies war ein alter Weg von Theley nach
St.Wendel, der durch seine jahrhundertelange Benutzung zum Hohlweg
wurde.
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Am Weiher
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Diese Straße liegt
unmittelbar neben dem größten Tholeyer Weiher und
Feuerlöschteich. Früher hieß diese Straße "Auf
den Hofen", genannt nach einem Geländestreifen, der
östlich der heutigen St. Wendeler Straße
bis an den Friedhof verläuft. Er bedeutet soviel wie Land bei
den Höfen. Am Weiher finden Sie heute unsere
Präzisions-Sonnen-Uhr. Im Weiher leben
seit Jahren wild Schildkröten, die im Sommer auf den Öffnungen
der alten Pumpanlage mitten im Weiher ein Sonnenbad nehmen.
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Auf Rodert
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Auf Rodert ist ein seit
1788 bekannter Flurname. Durch die Rodung von Wald wurde hier Land
für Ackerbau gewonnen.
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Bahnhofstraße
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Die Bahnhofstraße
führt zum ehemaligen Bahnhof (419 m über NN) von Tholey,
der von 1915 bis 1983 genutzt wurde. Die alte Bahnlinie von
St.Wendel nach Tholey verlief auch durch einen heute zugemauerten
450 Meter langen Tunnel unter der Verlängerung der
Varuswaldstraße. Die geplante
Untertunnelung von Tholey auf weitere 400 Meter nach Lebach hin
wurde durch den Beginn des Ersten Weltkrieg nicht mehr verfolgt.
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Benediktstraße
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Die Straße ist
benannt nach dem heiligen Benedikt von Nursia (480 - 547). Er ist
der "Patriarch des abendländischen Mönchtums".
Das von dem fränkischen Adeligen Grimo (auch Adalgisel genannt)
in Tholey gegründete Kollegial-Kloster wurde um oder nach 700
in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Die
Benediktiner (lat. Ordo Sancti Benedicti; Abk. OSB) sind alle Mönche
der katholischen Kirche, die nach den Regeln des hl. Benedikt von
Nursia leben.
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Die Bergstraße führt
zum Schaumberg (569 m über NN). Vor der Gebiets- und
Verwaltungsreform 1974 hieß sie "Im Matzenecken".
Hier wurde die ehemalige alte Volksschule gebaut (heutiges
Freizeithaus).
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Die Dirminger Straße
(L 303) ist eine Höhenstraße, die von der St.
Wendeler Straße nach Dirmingen führt. Das Verzeichnis
"Naturdenkmäler und Landschaftsschutzgebiete im Saarland"
vom 6. Mai 1952 weist die an dieser Straße gelegenen 4 Eichen,
die sogenannten "Unner-Eichen", als Naturdenkmal aus. Sie
sind mit ca. 550 Jahren die älteste Baumgruppe des Saarlandes.
Der Begriff Unner aus Unner-Eichen ist ein
Relikt der alten offenen Schweinezucht. Die Schweine hatten unter
den Eichen nach nahrhaften Eicheln gesucht, man sagte auch: Heute
haben die Schweine wieder gut geunnert.
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Doktor-Adenauer-Straße
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Diese Straße hieß
früher Parallelstraße. Mitte der sechziger Jahre wurde
sie in Dr.-Adenauer-Straße umbenannt. Dies ist die einzige
Straße von Tholey, bei der kein gesicherter direkter Bezug zur
Ortsgeschichte besteht.
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Grimostraße
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Grimo (Adalgisel) war ein
fränkischer Adeliger, der um 600 das Kloster
in Tholey (Kollegial-Kloster) auf den Resten eines römischen
Bades (2./3. Jh.) gründete, Eine mögliche, aber
wahrscheinlich falsche Deutung des Namens von
Tholey, hat hier eine seiner Quellen (Tole = Kanal, Ley
entspricht Legio = staatlich; Tholey entspricht Staatsbad). Am
30.12.634 findet Tholey seine Erwähnung als "Castrum
Theulegio" in dem Testament von Grimo. Diese Urkunde ist die
älteste mittelalterliche Urkunde des Rhein- und Mosellandes. In
einer Abschrift aus dem 10. Jh. wird sie heute im Landeshauptarchiv
Koblenz aufbewahrt.
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Hermann-Löns-Pfad
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Hermann Löns (1866 -
1914) war deutscher Dichter der Romantik aus Westpreußen, der
die Lüneburger Heide besungen hat. Früher hieß die
Straße "Im Pädche". Dieses wurde basierend auf
der lyrischen Ader von Herrn Toni Schneberger, einem Tholeyer
Heimatforscher und Verehrer von Hermann Löns, umbenannt. Die
Umbenennung erfolgte nach dem letzten Krieg. Auf die Initiative von
Herrn Toni Schneberger geht auch der Name Philosophenweg auf halber
Höhe des Schaumbergs zurück.
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Im Hopfgarten
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Der Straßennamen
rührt von dem gleichlautenden Flurnamen her. Hier soll früher
Hopfen angebaut worden sein. Der im Volksmund noch bekannte alte
Name "Brauwies" stützt diese Annahme.
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Im Kloster
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Der Name geht zurück
auf den jüdischen Matzen, das ungesäuerte Osterbrot
(Passhabrot) der Juden. Hier wohnten früher viele jüdische
Familien. Auf die Fensterbänke wurden die Matzen zum Kühlen
und Trocknen gestellt. Man konnte sie von außen gut sehen.
Damals soll die ganze Gegend oberhalb der alten Schule "Matzenecken"
genannt worden sein. Die jüdische Gemeinde in Tholey hatte
zeitweise 30 Familien, eine eigene Synagoge, eine Privatschule
(1874) und einen eigenen Friedhof. Den alten Judenfriedhof findet
man auf einer Anhöhe rechts im Wald auf dem Verbindungsweg
zwischen Tholey und Theley.
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Im Steggarten
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Dieser Weg wurde 1704
Steigegarten, 1788 Im Steeggarten (Wiese) genannt. Er ist ein Garten
im ansteigenden Gelände.
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Jahnstraße
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Die Straße zur
Turnhalle und zur Grundschule ist benannt nach dem Turnvater Jahn.
Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852) war als deutscher Politiker und
Pädagoge Initiator der Turnbewegung in Deutschland. Die alte
Schule befand sich am Beginn der Metzer Straße
oberhalb des Rathausplatzes und wurde 1994
wegen Baufälligkeit abgerissen. Hier fand man Reste der
Hypokausten-Heizung eines alten römischen Hauses. Jetzt finden
Sie dort ein modernes Mehrfamilien-Wohnhaus. Die "Neue Schule"
lag etwas oberhalb und wurde später zum Freizeithaus.
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Hier befindet sich die
ehemalige Jugendherberge von Tholey. Sie war bei ihrer Gründung
im Jahre 1928 das erste steinfeste Haus des Jugendherbergverbandes
des Saarlandes. 1986 wurde sie geschlossen und dient heute
Asylbewerbern als Wohnung.
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Karolingerstraße
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Die Karolinger, Nachfolger
der Merowinger, waren ein fränkisches Adels- und europäisches
Herrschergeschlecht aus dem Mosel-Maas-Raum. Ihre Vormachtstellung
dokumentierte sich im Jahre 800 in der Kaiserkrönung Karls des
Großen. Ihr Schutzpatron war St. Mauritius. Der heilig
Mauritius ist der Schutzpatron unserer Abtei.
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Kirchenweg
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Der Kirchenweg, die
Verlängerung der Bergstraße in
Richtung Schaumberg, war für die Bewohner des "Schaumberger
Hof" der Weg zur Kirche nach Tholey. Der Schaumberger Hof war
früher Herrenhaus, Hof der Burgbesitzer von 383 Morgen Größe.
1723 wurde er vom Amtmann Caspar le Payen gebaut, später
abgerissen und ist heute Langzeittherapiezentrum. Die Tholeyer
sprechen vom "Kirjeweg".
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Klostermühlenweg
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Er ist benannt nach der
früheren Klostermühle, die sich in der Gegend des heutigen
Sportplatzes befand. Das Wasser wurde im Bereich der "Muhl"
(1788) und des heutigen Spielplatzes in einem Teich gesammelt. Zum
Mahlen wurden die Schleusen des Teichs geöffnet.
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Koblenzer Straße
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Moderne Namensgebung nach
Städtenamen, ca. 1978; kein unmittelbarer Bezug zu Tholey.
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Kunostraße
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Der Kölner Domprobst
Kuno, Ortsheiliger von Tholey, wurde von Köln für Trier
ernannter Erzbischof. Die Soldaten des von Trier ernannten
Gegenbischofs haben diesen neuernannten, ungeliebten "fremden"
Bischof in Ürzig vom Felsen gestürzt. Die Leiche gelangte
über Morbach im Hunsrück in das Kloster Tholey, wo er auf
Veranlassung des Bischof von Verdun 1066 angemessen bestattet wurde.
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Mainzer Straße
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Moderne Namensgebung nach
Städtenamen, ca. 1978. Sie erinnert an die alte Römerstraße,
die von Metz nach Mainz führte. Sie kreuzte sich in Tholey mit
der Römerstraße von Straßburg nach Trier.
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Mauritius, ein römischer
Offizier, stammte aus der ägyptischen Thebais. Als Christ
weigerte er sich an der von Kaiser Diokletian befohlenen
Christenverfolgung teilzunehmen. Für dieses Vergehen wurde er
um das Jahr 300 bei Agaunum, dem heutigen St. Maurice (St. Moritz in
der Schweiz), hingerichtet. Die Gedenkstätte und die Verehrung
sind seit dem späten 4. Jh. bezeugt. Am Grab entstand später
die Abtei Sankt Moritz. Er wurde zum Schutzpatron der Merowinger und
Karolinger. Heute ist er der Schutzheilige der Abteikirche und der
katholischen Kirchengemeinde Tholey. Das Freizeithaus St. Mauritius
trägt ebenfalls seinen Namen.
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Merowingerstraße
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Die Merowinger, ein
fränkisches Königsgeschlecht des frühen Mittelalters,
wurden abgelöst durch die Karolinger. Der bekannteste
Merowingerkönig Chlodwig I. regierte von 482 bis 511 in Metz.
Er wurde
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durch Beseitigung der
anderen fränkischen Könige und Unterwerfung fast ganz
Galliens Begründer des Fränkischen Reiches. St.Mauritius
war der Schutzheilige dieses Herrschergeschlechts.
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Die Metzer Straße war
1910 zusammen mit der Trierer Straße die
Hauptstraße. Die Metzer Straße erinnert
an die alte Römerstraße, die von Metz nach Mainz führte.
Sie kreuzte sich in Tholey mit der Römerstraße von
Straßburg nach Trier. Vor dem Zweiten Weltkrieg
wurde die Metzer Straße auch "Französisch Gaß"
genannt. Später nannte sie sich "Lebacher Straße".
Im Rahmen der Gebietsreform 1974 wurde sie in Metzer Straße
umbenannt. Am Beginn in Sichtweite des Rathausplatzes findet sich
das Geburtshaus von Albrecht Meydenbauer
(1834-1921).
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Diese Straße bekam
1980 ihren Namen. Albrecht Meydenbauer wurde am 30.4.1834 in Tholey
geboren und verstarb am 18.11.1921 in Bad Godesberg. Als Architekt
und Ingenieur war er der Initiator der Photogrammetrie
(Raumbildmessung) in Deutschland. Mit Hilfe dieses Verfahrens der
Photographie (Meßbildverfahren) mußten historische
Gebäude zur Denkmalspflege nicht mehr von Hand eingerüstet
und vermessen werden. Die Vermessung erfolgte mit einer besonderen
Technik auf der Photographie. Meydenbauer war auch Begründer
und erster Leiter der preußischen Meßbildanstalt in
Berlin. Sein Geburtshaus liegt am Anfang der Metzer
Straße westlich vom Freizeithaus. Im Historischen Museum
Tholey (Rathausplatz 6) finden sich weitere Zeitzeugnisse von
Albrecht Meydenbauer. Die pflegt sein Erbe
mit 20 000 Photographien weiter. Diesem Archiv verdanken wir die
ältesten 16 Außenaufnahmen von Tholey 1886. Darunter
befindet sich eine Ansicht der Abtei von der Sporstraße
aus.
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Moserweg
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Diese Straße bekam
1980 ihren Namen. Moser war der erste Leiter des durch Ländertausch
mit Frankreich 1786 entstandenen Oberamtes Schaumburg. Auf seine
Anregung hin wurde Tholey zur Stadt erhoben. Der Amtmann Moser hielt
in Tholey 1792 die überbrachte Ordnung gegen die Auswirkungen
der Französischen Revolution nach Kräften aufrecht und
berichtete ständig seinen Zweibrücker Herren über die
neuesten Entwicklungen, so daß wir durch ihn ein genaues
Zeitzeugnis besitzen. Näheres über sein Alter und seine
Lebensumstände sind nicht bekannt.
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Olga-Schwind-Weg
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Diese Straße bekam
1980 ihren Namen. Olga Schwind (1887 - 1979), die Musikantin und
Sängerin, wurde in Saarbrücken geboren, verbrachte aber
einen großen Teil ihrer Kindheit bei den Großeltern in
Tholey. Als junge begabte Saarländerin entdeckte sie die
mittelalterliche Musik, die Musica Antiqua, wieder. In Tourneen
durch ganz Europa (Rom, Paris, Berlin, London) stellte sie diese
Musik auf zeitgenössischen Instrumenten einem breiten Publikum
vor. Olga Schwind hatte ihren Alterssitz in
der Casa Pineta in Ronco am Lago Maggiore. Die meisten
Musikinstrumente und Geräte ihres Musikzimmers sind heute im
Historischen Museum Tholey (Rathausplatz 6)
zu besichtigen.
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Peter-Mönch-Weg
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Diese Straße bekam
1980 ihren Namen. Peter Mönch wurde
1811 in Tholey in der heutigen Turmstraße
5 geboren. Er verstarb 1884. Als begnadeter Klavierbauer mit den
Stationen Tholey, Mainz (Schott), Stuttgart (Nicolai) und Wien
(Streicher) stellte er in seiner handwerklichen Blütezeit 15
Tafelklaviere pro Jahr her. Im Historischen
Museum Tholey (Rathausplatz 6) finden sich weitere Zeitzeugnisse
von Peter Mönch.
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Petrus-Borne-Straße
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Diese Straße bekam
1980 ihren Namen. Der 1910 geborene Petrus Borne war seit 1949 Abt
in der Benediktiner-Abtei Tholey. Der
Klosterhof auf dem Schaumberg wurde von ihm erworben. Er hatte Sitz
im II. Vatikanischen Konzil. Sein Verdienst ist die grundlegende
Renovierung der Abtei Tholey.
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Der Rathausplatz hieß
früher Marktplatz. Hier befand sich von 1806 bis 1953 das
Kantons- später Amtsgefängnis. Von 1879 bis 1954 arbeitete
das Königliche Gericht und das Amtsgericht Tholey in der ersten
Etage dieses Gebäudes. Im Norden des Rathausplatzes stand bis
1804 an und oberhalb der jetzigen Straßenmauer die Pfarrkirche
St. Johannes. Die Ursprünge liegen im Dunkeln. Hier befanden
sich auch ein Friedhof und ein Gebeinhaus. Al Erinnerung an das alte
Gebeinhaus findet man heute an der Treppe zur Bundesstraße
(Grenze: Metzer-Trierer-Straße)
drei stilisierte Sandstein-Kreuze in der Stütz-Mauer nach
Norden hin. Als Pfarrhaus diente die "Alte Schule", in der
nur im Winter unterrichtet wurde.
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Saarbrücker Straße
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Moderne Namengebung nach
Städtenamen, ca. 1978. Kein direkter Bezug zum Ort. Man könnte
eine Verbindung annehmen, wenn man davon ausgeht, daß Tholey
ein Teil des Saarlandes und Saarbrücken die Hauptstadt des
Saarlandes ist.
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Schweichhauser Straße
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Die Schweichhauser Straße
wird auch "off Schweiss" genannt. Die Straße
erinnert an die alte Ortschaft Schweighausen, die im dreißigjährigen
Krieg untergegangen ist. Alte Tholeyer kennen die Schweichhauser
Straße auch unter dem Begriff "Lemesacht". Die
Ortschaft erstreckte sich in südwestlicher Richtung unterhalb
des heutigen Klosters im jetzigen Buchenwald nach Engscheid
(Sotzweiler) hin. 1617 waren in Schweighausen noch sechs Häuser
bewohnt. Heute sind keine Reste mehr bekannt. In einer Steuer- und
Abgabenliste von 1519 sind die drei Familien Kormans, Counen und
Weber als an den Abt von Tholey abgabepflichtig benannt. In einer
Notiz von 1553 findet man unter der Mairie Kastel die Leute der
Herren von Dillingen im
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Amt
Schaumburg:Schweighausen:
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von 16 genannten
Tholeyer Bürgern sind 5 (also ca. 1/3) wegen Armut nicht
abgabepflichtig (Darunter auch Spor Jacob).
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Der Name ist möglicherweise
entstanden aus "Spur" bzw. "Spurenstraße",
da sich hier lange Zeit feuchte Äcker mit nicht befestigten
Wegen befanden. Auf alten Karten ist der Name nicht genannt. In
alten Abgabe und Steuerlisten findet sich zweimal der Name Sporens
als Bezeichnung von Bauern, die hier wohnten. Die letzte
Namensnennungen finden sich 1567 in Form von Sporens Mareichen,
benannt in einer Steuer- und Abgabeliste als "Leute des Herzogs
von Lothringen", und 1588 Sporens Jacob, Besitzer mehrerer
Äcker, die wahrscheinlich im Gebiet der heutigen Sporstraße
lagen. In einer Namenliste unserer Gegend wird der Name Sporstraße
nur in Tholey geführt. Die Namensentstehung war möglicherweise
im 15. Jahrhundert. Hier finden Sie das älteste
Bild der Sporstraße (30 Kb)von 1886 von Albrecht
Meydenbauer.
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Die St.Wendeler Straße
(B 269) ist Hauptverbindungsstraße über Alsweiler nach
St.Wendel. An ihrem Beginn gegenüber der heutigen Brennerei
Eckert oberhalb des Weihers befand sich früher eine
Prozessionskapelle mit sich anschließendem kleinen
Barockgarten. Sie ist auf einer Karte von 1788 ausgewiesen.
Wahrscheinlich war sie dem Ortsheiligen Theobert gewidmet. Im
spitzen Winkel zwischen der Jugendherbergstraße
und der St.Wendeler Straße unterhalb der ehemaligen
Jugendherberge befand sich früher die Tholeyer Ziegelei, die
1790 erbaut wurde. Die Leute von der Ziegelei hatten einen
schlechten Ruf.
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Theleyer Straße
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Die Theleyer Straße
(L 135) ist die Verbindungsstraße von Tholey nach Theley.
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Theobertstraße
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Theobert, Tholeyer
Ortsheiliger, war im 12. Jahrhundert Mönch in der Abtei Tholey.
Er sei als guter Verwalter auch für den Weinkeller zuständig
gewesen. Ihm werden verschiedene Legenden zugesprochen. Die
Blasiuskapelle, über deren Altar sich ein Bild von ihm
befindet, ist ihm gewidmet.
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Die Trierer Straße
wurde 1910 zusammen mit der Metzer Straße
als Hauptstraße bezeichnet. Nach der Gebietsreform von 1974
hieß sie dann Trierer Straße. An ihrem Beginn im Norden
des Rathausplatzes, westlich des heutigen
Anwesens Thiry, finden sich vier miteinander verbundene Häuser.
Sie zählen mit zu den ältesten Häusern von Tholey.
Hier befanden sich im linken Anteil die Zehntscheune, rechts die
Meierei. Im äußerst rechten Anteil verfällt ein
hervorragendes gotisches Gemäuer und ein ebenso alter Brunnen.
In der Trierer Straße 49 standen die jüdische Synagoge
und das Badehaus (Verkauf und Abriß 1937).
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Die Varuswaldstraße
ist eine alte römische Straße, die als Höhenweg von
Tholey nach Oberthal führt. Der Name hat keine Verbindung zum
römischen Feldherren "Varus", sondern müßte
korrekt Wareswaldstraße heißen. Hier hat sich
ausweislich ausgiebiger Töpferei-Funde ein großes
römisches Heerlager befunden. Der Wald gehörte
verschiedenen Lehnsherren, im 18. Jh. den Herren von Dagstuhl.
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Verduner Straße
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Die Verduner Straße
ist ca. 1978 nach der französischen Stadt in Lothringen benannt
worden. Verdun hatte historisch gesehen enge Klosterbeziehungen zu
Tholey. Im Grimo-Testament von 634 wurde das Kollegialkloster
Tholey dem bischöflichen Stuhl von Verdun vermacht. Dieses
Testament ist das heute älteste uns bekannte Dokument, in dem
der Name Tholey genannt wird.
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Wendalinusstraße
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Der hl. Wendelin lebte von
ca. 550 bis 617 n. Chr. Er war Einsiedler in den Vogesen. Die
Legende macht ihn zum iroschottischen Königssohn und Abt von
Tholey. Seit dem 11. Jahrhundert ist sein Grab im Dom von St.Wendel,
der 11 Kilometer entfernten Kreisstadt. Er ist der Patron der
Bauern. Nach ihm sind in den USA infolge der Auswanderungswellen 16
Orte benannt.
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Zettinger Straße
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Zetting, eine lothringische
Gemeinde in der Nähe von Saargemünd, ist seit dem 1.
Oktober 1972 Partnerschaftsort von Tholey. Sie ist
keltisch-römischen Ursprungs. Zeitweise war Zetting im
Einflußbereich der Benediktinerabtei
Tholey.
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Zum Klosterbrühl
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Der Name rührt von dem
Flurnamen Brühl (früher Briehl) her. Es handelt sich
hierbei um feuchte, fruchtbare Wiesen unterhalb des Klosters. Es war
das beste Wiesengelände, das zu einem herrschaftlichen Hofe -
hier der Abtei - gehörte, da man
zeitweise hier dreimal im Jahr mähen konnte.