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 Aleppo -
Dr. Hasler - Dr. Hasler-Hepp
Tholey
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Syrien
- Was hat mich veranlasst 1998 Syrien zu besuchen?
- Nach Reisen in die Türkei, Ägypten
und Jordanien habe ich mehrere historische Romane
verschlungen. Syrien im Spannungsfeld zwischen Ägypten,
den Hethitern, später dem Osmanischen Reich, von
Mesopotamien, Römern und anderen mehr war und ist sehr
vielen kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen
Einflüssen und Zwängen bis in die jüngste Zeit
ausgesetzt. Zudem hatte ich den Eindruck, dass das Bild des
Staates Syrien bei uns in einem etwas gefärbten Licht
erscheint. Das machte mich neugierig. Es war eine
anstrengende Reise über 2600 Kilometer in zwei Wochen - aber
diese Reise hatte meine Erwartungen bei weitem übertroffen.
Vieles sollte vertieft werden - aber wo bleibt die Zeit dafür?
Am besten durch Lesen und interessiertes Verfolgen der
Nachrichten, die Syrien betreffen.
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Land und Leute, Fakten
- Die Grenzen werden vom Mittelmeer, der
Türkei, dem Irak, Jordanien und dem Libanon gegeben. Etwa
16
Millionen Einwohner wohnen in dem überwiegend von Wüste
geprägten Land. Nur etwa 30 Prozent, überwiegend am
Mittelmeer und entlang des längsten Flusses Euphrat sind
urbar. Neunzig Prozent der Bevölkerung besteht aus Arabern.
Es finden sich hier sehr viele Religionsgemeinschaften. Einschließlich der Sekten sind es sicher über 30.
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Meine Gedanken und Eindrücke
- Eine Frage konnte ich bis heute noch nicht
beantworten: War
Albrecht
Meydenbauer zur Jahrhundertwende
nur in Baalbeck (heute Libanon, damals osmanisches Reich), oder
hat er auch die nahe gelegene Oase Damaskus und die Wüstenstadt
Palmyra besucht?
- Die Reise begann in Damaskus. In
Deutschland gibt es viele Legenden um den
Damaszener
Stahl, dessen Berühmtheit
auf die fast unbesiegbaren Schwerter-, Degen- und Messer-Klingen
zurückzuführen ist. Die Türkensäbel waren
sehr gefürchtet. Damaskus war bis in das 18. Jahrhundert
einer der größten Herstellungs- und Handelsplätze
für diesen Stahl. Heute ist davon leider nichts mehr
übriggeblieben.
- Dieser Stahl wird heute nur noch an wenigen
Stellen weltweit für Sammler von Messern und Schwertern
hergestellt, da er in seinen Eigenschaften von anderen Stählen
(z.B. 440-C-Stahl, sogenannter Chirurgenstahl) übertroffen
wird. Heute wird dieser Stahl überwiegend nur noch in Japan,
USA und Deutschland geschmiedet. In der Nähe von Solingen
arbeitet und forscht Manfred Sachse, der ein weltweit
unumstrittener Experte in der Restauration und Nach-Schmiedung
historischer Schwerter ist.
- Die Menschen, denen ich begegnet bin,
waren sehr freundlich, zugewandt, aber nicht aufdringlich. Personen-Fotografie stößt in
vielen islamisch geprägten Ländern auf Ablehnung. Das ist zu akzeptieren. In Syrien hatten die meisten
Menschen keine Hemmungen sich fotografieren zu lassen. Im
Gegenteil, viele traten aktiv vor die Kamera ohne Geld dafür
zu verlangen. Bettler sah ich wenige, jedenfalls weniger als in
deutschen Großstädten. Insgesamt machten die Syrer
1998 einen eher zufriedenen Eindruck, ohne Neid oder Klage.
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Rundreise
- Zu einer Rundreise gehört natürlich
Hauptstadt Damaskus.
Dass
Damaskus eine Oase ist, deren Lebensnerv nur an dem
kleinen Flüsschen Barada hängt, hätte ich
nicht gedacht. Dieser Lebensnerv beginnt im gebirgigen
Antilibanon und versickert in der Wüste. Unvergessen sind
die Omayyden-Moschee in der das Haupt Johannes des Täufers
liegen soll, das Grab des Saladin,
der Besuch im Nationalmuseum, die Gerade Straße, die im
Neuen Testament in der Apostelgeschichte (Apg 9,11) bei Saulus
Bekehrung zu Paulus Erwähnung findet als auch die
weitläufigen Suqs.
- Von der mächtigen Kreuzritterburg Krak
du Chevalier hat man einen phantastischen Blick in die Weite
des Landes. In Ugarit am Mittelmeer kann man den Spuren
des ersten Alphabets auf Tontafeln folgen. Die Handelsmetropole
Aleppo mit der dominanten Zitadelle lässt noch
heute die Macht dieser alten Stadt erahnen. Unterwegs trifft man
inmitten fruchtbarer Felder immer wieder auf große Tells,
hohe Lehmhügel, manchmal mit neueren Gräbern oder
kleineren Häusern spärlich bedeckt. Dabei handelt es
sich um die Reste untergegangener Stadtkulturen, die heute
erst zu 15 Prozent erforscht sind. Der berühmteste ist der
Tell Ebla/Mardikh. Heute wie in der Vergangenheit bestehen
viele Häuser aus Lehmziegeln mit flachen Dächern. Wände
und Dächer werden mit einer Mischung aus Lehm und Stroh
verputzt. Wenn die Gebäude einstürzen oder verlassen
werden, entfernt man die hölzernen Dachsparren. Übrig
bleibt ein kleiner flacher Lehmhügel. Da Jahrhunderte lang
immer auf den selben Stellen gebaut wurde, bildeten sich hohe
Hügel.
- An der Grenze zur Türkei finden sich die
sogenannten Toten Städte mit dem Simeons-Kloster
(Säulenheiliger). Auf dem Weg dorthin treffen Sie über
vier Kilometer auf sehr gut erhaltene Reste einer römischen
Straße. Den ersten Kontakt mit dem Euphrat findet
man am leichtesten am Assad-Stausee, einem riesigen
Trinkwasserreservoir. Das Wasser ist
eines der drängensten Probleme Syriens. Dieses Problem
hat Syrien mit
Jordanien
gemeinsam. Am Euphrat entlang, zum Teil auch etwas in der
Wüste gelegen, finden sich immer wieder eindrucksvolle
Zeugnisse prachtvoller Städte und Burgen.
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Vor der
Grenze zum Irak treffen Sie auf die Reste von Mari, einer alten
Königsstadt, die bereits 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung
eine große Rolle im mesopotamischen Reich gespielt hat. Auf
dem Rückweg nach Damaskus treffen Sie nach etwa 250
Kilometer flacher Wüste und Steppe auf die Oase Palmyra.
Es ist die legendäre Stadt der Königin Zenobia, mit Tempeln,
Säulenstraßen und den Nekropolen (Turmgräber und
unterirdische Gräber). Die heute etwa 50 000 Einwohner
zählende Oase erhält ihr Trinkwasser aus
Tanklastwagen. Das Grundwasser reicht gerade eben zur
Versorgung der Vegetation in den Gärten mit Palmen, Oliven,
Granatäpfeln, Zitronen und anderen Gewächsen.
Nach 250 weiteren Kilometern durch Wüste und
Steppe geht es zurück nach Damaskus.
- Vieles habe ich jetzt nicht angesprochen:
die Drusen, Armenier, Golanhöhen, Hama, Bosra und anderes
mehr. Es lohnt sich, all dies selbst aus Büchern und vor Ort
zu erforschen.
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