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Entwicklung der Bienenzucht (von P. Backes)

Die Bienenzucht hat eine uralte Tradition. Ehe der Mensch auf die Erde kam, waren dort Pflanzen und Tierwelt vollständig vertreten. Auch unsere Bienen waren dabei, die sich bis heute in unveränderter Form, trotz allen Widernissen erhalten haben. Die Bienen sind nicht nur Honigerzeuger, sondern auch Blütenbestäuber, und damit erfüllen sie eine wichtige Voraussetzung für den biologischen Kreislauf innerhalb der gesamten natürlichen Ordnung. Vom Imker erwartet man Gediegenheit des Charakters, innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Einfühlungsvermögen im Umgang mit der Natur.


 

Blick auf das Bienenhaus im Museum

Die Bienenhaltung war zur damaligen Zeit einfach und primitiv. Das Bienenvolk logierte in hohlen Bäumen und war sich mehr oder weniger selbst überlassen. Der Bär und der Mensch, die schon frühzeitig den Honig als Nahrungsmittel erkannten, zankten sich um die Ernte der Bienen.

Der Zeidler (Imker) ist schon seit dem 13. Jahrhundert als solcher bekannt, und stand als Beruf in hohen Ehren. Er hatte das Privileg eine Armbrust zu tragen, zum Schutz gegen die angreifenden Bären die gerne den Honig plünderten.

Der Schutzpatron der Imker ist der hl. Ambrosius. Im 15. und 16. Jahrhundert erweiterte sich das Wissen um die Bienen. Man hatte den Nutzen der Bienenhaltung für die Natur, und die Verwendung von Honig und Wachs erkannt. Der Honig war das erste Süßungsmittel, lange vor unserem Zucker. Die jeweiligen Landesherren unterstützten die Bienenzucht mit dem Wissen, ihren Nutzen daraus zu ziehen. Honig und Wachs aus der Bienenhaltung, wie auch wilder Honig, den man im Wald und Flur erntete unterlag der steuerlichen Abgabepflicht. Honig galt als Lebensmittel, Wachs wurde überwiegend im sakralen Bereich, in Klöstern und Kirchen benötigt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erste Versuche im Mobilbau gemacht, die aber erst um die Jahrhundertwende langsam angenommen wurden. Dies war eine Verbesserung die sowohl den Bienen, wie auch dem Imker zu Gute kam. Aus Wachs gegossene Mittelwände werden Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt, setzten sich aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts langsam durch. Ebenso kamen in dieser Zeit schon primitive Honigschleudern zum Einsatz.

Man kann zusammenfassend feststellen, daß etwa um die Jahrhundertwende die moderne Bienenhaltung ihren Anfang nahm. Obwohl die Bienenhaltung der Landwirtschaft zugerechnet wird, ist die bäuerliche Bienenhaltung sehr zurückgegangen. Heute kommen die Imker aus allen Berufsschichten und möchten nicht als Hobbyimker eingestuft werden. Sie betrachten ihre Tätigkeit an den Bienen als nutzbringende Freizeitgestaltung, zum Wohle der Pflanzen, Tiere und des Menschen.

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